Juni 2026

Neuer Temperaturrekord: 39.8°C

Der Juni 2026 wird als der Monat in die Mainzer Wettergeschichte eingehen, in dem an unserer Wetterstation zum ersten Mal die 40-Grad-Marke in Reichweite kam. Mit 39,8 °C wurde der bisherige Rekord an unserer Station um rund 1 °C übertroffen. Bemerkenswert ist dabei nicht nur diese deutliche Überbietung des bisherigen Rekords, sondern auch der frühe Zeitpunkt und die Dauer der Hitzewelle: Vom 18. bis 28. Juni blieben die Höchstwerte 11 Tage in Folge über 30 °C. Eine derart lange und intensive Hitzewelle wurde zu einem so frühen Zeitpunkt im Jahr weder an unserer Station noch an der DWD-Station Mainz-Lerchenberg jemals zuvor beobachtet.

Verlauf der Hitzewelle im Juni 2026 an den Wetterstationen der Universität und des Deutschen Wetterdienstes in MZ-Lerchenberg.

 

Dabei begann der Juni ausgesprochen verhalten: Die erste Monatshälfte zeigte mit einer markant kühlen Witterung, im Volksmund als Schafskälte bekannt, wenig Hinweise auf das, was folgen sollte. Umso bemerkenswerter, dass der Juni 2026 trotzdem mit 21,7 °C der wärmste Juni unserer seit 2001 laufenden Messreihe wurde und damit den bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahr 2003 verdrängte.

Während der Hitzewelle im Juni sank die Temperatur an der Uni-Wetterstation in 6 der 11 Nächte nicht unter 20 °C. Diese sogenannten Tropennächte machen es besonders schwer, Wohnräume nachts wieder herunterzukühlen. Das gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass unsere Messstation in einem unverbauten Gebiet steht; in den dicht bebauten Mainzer Stadtquartieren dürften die Bedingungen noch deutlich verschärft gewesen sein.

Mit Hilfe der DWD-Station Mainz-Lerchenberg lässt sich der Blick noch weiter in die Vergangenheit richten: Zwischen den beiden Klimareferenzperioden 1961–1990 und 1991–2020 hat sich die mittlere Anzahl der Hitzetage (Tmax ≥ 30 °C) pro Jahr dort von rund 9 auf rund 16 nahezu verdoppelt. Das sind allerdings nur Mittelwerte – an unserer eigenen Station zählen wir für 2026 bereits jetzt nach dem Ende des Junis 15 Hitzetage. Auch die Zahl der Tropennächte nimmt am Lerchenberg deutlich zu: Zwischen 1948 und 1999 wurden dort 52 Tropennächte registriert, seit 2000 bereits 95 – davon allein 10 im bisherigen Jahr 2026.

Die Mainzer Wetterdaten zeigen den menschengemachten Klimawandel damit mehr als deutlich.

Streudiagramm aller Hitzetage an der Station Lerchenberg seit 1948. Farblich markiert das Jahr der Messung. Messungen ab 2000 sind als Dreieck dargestellt.
Streudiagramm aller Tropennächte an der Station Lerchenberg seit 1948. Farblich markiert das Jahr der Messung. Messungen ab 2000 sind als Dreieck dargestellt. Das Jahr 2026 ist zusätzlich schwarz umrandet.

Grafik und Text: Dr. Philipp Reutter